Freitag, 20. Oktober 2017

"Magisterium - Der Weg ins Labyrinth" - Holly Black & Cassandra Clare

Freunde, Feinde, Chaos

Das Magisterium ist eine Schule für Jugendliche mit magischen Fähigkeiten. In einer Prüfung mit mehreren Tests wird festgestellt wer genug magische Fähigkeiten besitzt, um im Magisterium ausgebildet zu werden.
Callum weiß von seinem Vater, der diese Schule als Jugendlicher ebenfalls besucht hat, dass er lieber nicht an diesen grauenvollen Ort gehen möchte. Sein Vater rät ihm dazu die Tests absichtlich nicht zu bestehen und Callum gibt sein Bestes um durchzufallen. Trotz aller Anstrengungen wird er von einem der Magister ausgesucht und mit in die Schule genommen. Seine magische Bildung, Freundschaften und Feindschaften nehmen ihren Lauf.
Welche Rolle seine tote Mutter, der Feind des Todes und seine Freunde in dieser Geschichte spielen müsst ihr selber herausfinden.
Die Geschichte fängt etwas zäh an, denn auf den ersten 150 Seiten passiert eher wenig. Die Prüfung findet statt, doch diese ist sehr vorhersehbar. Danach werden die Kinder in das Magisterium gebracht, aber auch dort gab es keinen „WOW-Effekt“, sodass man immer noch auf eine spannende Handlung wartet. Erst ab Seite 200 wird es spannender und der Zeitpunkt kommt, an dem man endlich wirklich weiterlesen möchte.
Die Spannung entsteht leider nicht durch viele verwinkelte Handlungen, sondern immer durch ein Verweisen auf etwas, das scheinbar viele wissen, wir als Leser aber noch nicht. Der einzige Punkt, der wirklich Spannung ausgelöst hat, war das Armband, dass man überhaupt nicht einschätzen konnte und dessen Bedeutung sich innerhalb der Geschichte immer wieder geändert hat.
Ein großer Minuspunkt für uns war, dass wir den Protagonisten nicht leiden konnten. Seine Handlungen waren meist nicht logisch, seine Bemerkungen nicht angemessen und die schlechte Laune, die er im Buch verbreitete färbte leider etwas auf den Leser ab. Oft waren wir uns nicht sicher, ob er jetzt dumm oder schlau war oder ob er einfach nur nicht gerne denkt. Sein Verhältnis zu seinem Vater ist sehr merkwürdig und lässt die Geschichte nicht real wirken.
Die weiteren Charaktere waren nicht klar definiert, sodass man deren Verhalten nicht einschätzen konnte. Auch wenn Call manche Jugendliche als seine Freunde ansieht, würde ich ihnen trotzdem nicht trauen, denn ich wüsste nicht, ob ihr Verhalten mir gegenüber ernst gemeint ist oder nicht. Die Ernsthaftigkeit ihrer Taten und ihres Redens kommt leider nicht gut rüber und ist deshalb oft missverständlich. Tamara und Aaron verursachten ein Misstrauen in uns, sodass wir bis kurz vor Schluss schlecht von ihnen dachten.
Die Magister und die anderen Schüler sind schlecht beschrieben, sodass man sich die meisten Namen leider nicht merken kann, oder nur noch eine vage Vorstellung von der jeweiligen Person hat.
Nur Magister Rufus haben wir liebgewonnen. Er ist die einzige Person, die logisch handelt, die Spannung erzeugt und die so gut beschrieben ist, dass man ihn sich vorstellen kann.
Ein großer Pluspunkt ist die Gestaltung des Buches, denn mit dem grandiosen Cover und dem goldenen Buchschnitt ist dieses Buch wirklich einzigartig. Vor allem der Titel gefällt uns sehr gut, weil man ihn auch auf dem Kopf stehend noch lesen kann. Innerhalb des Buches findet man immer wieder Symbole, die wir ebenfalls sehr gut miteingebunden finden.

Die Idee zu der Geschichte ist eigentlich sehr gut, die Umsetzung finden wir jedoch ausbaufähig. Wir möchten dem Buch 3,5 Sterne geben, weil das Ende doch noch einiges raushaut, doch leider können wir dies nicht und runden deshalb auf 4 Sterne auf.

 Titel: Magisterium - Der Weg ins Labyrinth
Autor: Holly Black & Cassandra Clare
Verlag: One
Erscheinungsdatum: 14. November 2014
Seiten: 332
ISBN: 978-3-8466-0004-7
Preis: 14,99€
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Dienstag, 17. Oktober 2017

Interview mit Hannah Siebern

Nachdem ich deinen Winterroman Schneezauber gelesen habe: ist der Winter deine Lieblingsjahreszeit?
Hannah: Ich finde es schwer zu sagen, welches meine liebste Jahreszeit ist, aber einen "richtigen" Winter finde ich auf jeden Fall wunderschön. Wenn es knackig kalt ist und der Schnee wochenlang liegen bleibt, dann finde ich das richtig toll. Auch gefrorene Seen auf denen man Schlittschuhlaufen kann, liebe ich. Insofern gehört der Winter auf jeden Fall zu meinen liebsten Jahreszeiten.

Gibt es einen Ort, an dem du am Liebsten schreibst?
Hannah: Ja. Den gibt es. Ich schreibe am liebsten auf der Couch mit meinem Hund neben mir. Da fühle ich mich am wohlsten.

Liest du selbst gerne? Wenn ja, was? Hast du einen Lieblingsautor?
Hannah: Oh ja. ich lese sehr gerne und sehr viel. Vor allem Liebe, Fantasy und Erotik. Einen Lieblingsautor habe ich nicht, aber es gibt viele, die ich toll finde: Josephine Angelini, Jojo Moyes und Stephenie Meyer. Und bei den Leuten, die ich kenne lese ich unheimlich gerne die Bücher von Kira Gembri, Nikola Hotel und Mila Olsen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen? 
Hannah: Ich habe schon als Kind gerne geschrieben. Mein erstes komplettes Buch war dann Fanfiction zu Twilight. Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Nachdem ich das geschafft hatte, wollte ich dann mal etwas ganz eigenes schreiben und daraus ist Nubila entstanden.

Wenn du jemanden aus deinen Büchern treffen könntest, wen würdest du treffen wollen? Wen nicht? 

Hannah: Ich würde sehr gerne Jekaterina aus "Seiltanz zwischen den Welten" treffen, weil ich ihre Geschichte total spannend finde und Seiltänzern gerne bei der Arbeit zusehe. Ewan würde ich hingegen nicht so gerne kennenlernen, weil ich Geister sehr gruselig finde und sofort Albträume bekommen würde. Aus Nubila würde ich gerne mal Darrek kennenlernen. Auf seine Mutter Akima könnte ich hingegen gut verzichten. Und die Personen aus der Barfußreihe sind mir ohnehin so nah, dass ich das Gefühl habe, sie bereits zu kennen.

Was tust du gegen Schreibblockaden?
Hannah: Toi, toi, toi ... bisher hatte ich das noch nicht. Es kommt wohl vor, dass ich mal nicht weiß wie es weitergehen soll, aber dann schreibe ich an etwas anderem weiter und bald darauf fällt mir normalerweise eine Lösung ein. Ich hoffe, dass es mir niemals passieren wird, dass ich gar nichts mehr zu Papier bringen kann.

Danke für das kleine Interview :-)

Montag, 16. Oktober 2017

"Die Unsinkbaren Drei" - Wilhelm Nünnerich

Die Unsinkbaren Drei

Ein piratiges Buch für kleine Piraten und solche, die es werden wollen.


Im Buch dreht sich alles um das Schiff „Sturmhölle“ und seine Piratencrew. Zunächst ist da Kapitän Flitschauge, der gerade seine Mannschaft wegen Meuterei von Bord geworfen hat. Schnell kommen Bumskopp, der wortkarge dritte Pirat und Gräte, der kochende zweite Pirat, dazu. Der eine kommt in einem Suppenkessel angeschwommen, der andere auf einer Planke. Kapitän Flitschauge nimmt beide an Bord auf, in der Hoffnung auf Unterstützung bei der Suche nach dem großen Piratenschatz. Doch was die zwei alles anstellen und was für witzige Dinge auf dem Schiff passieren, davon hat der Kapitän noch keine Ahnung..


Obwohl die drei Piraten ihre Eigenarten haben, sind sie doch liebenswert und witzig beschrieben. Besonders lustig ist es, dass Bumskopp und Gräte sich unentwegt streiten. 
An dem Buch gefallen mir besonders die Bilder. Sie sind sehr kindgerecht und man kann viele witzige Dinge entdecken. Für 6-jährige sind es aber dennoch ziemlich wenige Bilder, was ich schade finde. Das Buch ist für Erstleser angedacht, aber meiner Meinung nach beinhaltet es dafür zu viel Text und zu kleine Buchstaben. Also doch eher etwas zum Vorlesen. Was auch stark fürs Vorlesen spricht ist die Tatsache, dass eine schreckliche Grammatik herrscht. Die Piraten sprechen (natürlich!) sehr umgangssprachlich. Aber so ist es eben auch geschrieben. Für Erstleser finde ich das alles andere als gut. Ich denke, dass dieses Buch sich als Hörbuch besser eignet. 
Toll finde ich die Einteilung in Kapitel. So ist es leichter, mit dem Lesen zu pausieren. Allerdings hatte ich anfangs damit gerechnet, dass es abgeschlossene Abenteuer sein würden, was nicht der Fall ist. 
Zwei Pluspunkte sind noch die beiliegende CD mit Piratenhits und, dass Fachwörter wie z.B. Seemannsgarn mit Sternchen gekennzeichnet sind, damit man nachlesen kann, worum es sich handelt. 
Selbst ich konnte noch lernen, dass Bohrwürmer keine Würmer sondern Muscheln sind und was Backbord und was Steuerbord sind werde ich mir wohl nie merken können O:-)



⭐⭐⭐⭐

Titel: Die Unsinkbaren Drei
Autor: Wilhelm Nünnerich
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 10. Juli 2017
Seiten: 136
ISBN: 978-3-570-17420-3
Preis: 14,99€
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Anna

Samstag, 7. Oktober 2017

"Du neben mir" - Nicola Yoon

DU NEBEN MIR

und zwischen uns die ganze Welt

In du neben mir geht es um die kranke Madeline, die das Haus nicht verlassen darf, um ihr Leben nicht zu gefährden. Ihr Leben ist sehr eintönig, bis neue Nachbarn in das Haus nebenan einziehen. Aus ihrem Fenster kann sie beobachten was draußen so passiert und ihr Alltag ist weniger langweilig. Sie nimmt durch die Scheibe und über ihren Laptop Kontakt zu Olly auf, der ihr Leben auf den Kopf stellt und ihr Leben wieder lebenswert macht.
Ich habe dieses Buch angefangen und quasi direkt beendet. Oft mache ich mir Notizen während des Lesens, doch bei diesem Buch war das nicht möglich. Die Seiten flogen nur so dahin, was die schönen Illustrationen noch unterstützen. Die vielen Bildchen und Notizen, aber auch die „Spoiler“ zu einigen Büchern machen das Buch noch interessanter und Madeline noch lebendiger. Man kann dadurch fühlen, wie sie sich fühlt und ihre Gedankengänge noch besser verfolgen.
Die Charaktere des Buches sind gut dargestellt, man kann sie sich gut vorstellen und nachvollziehen. Madeline und Olly gewinnt man genauso lieb wie Carla, die Krankenschwester die jeden Tag bei Madeline bleibt und ihren Gesundheitsstand kontrolliert.
Die Wendung des Buches haut einen erstmal um und man ist sprachlos. In dem Moment wusste ich nicht was ich zuerst denken soll. An dieser Stelle könnte ich noch ganz viel schreiben, aber ich möchte nicht zu viel verraten.
Die Liebesgeschichte war schön zu beobachten und dadurch, dass Madeline nie andere Menschen kennengelernt hat verzeihe ich ihr auch, dass sie sich für ihre 18 Jahre noch ziemlich kindlich verhält.
Ich kann euch dieses Buch wirklich nur empfehlen, es ist total lesenswert. Dadurch, dass man diese Geschichte so schnell lesen kann ist sie irgendwie für zwischendurch, aber weil man darüber noch einige Zeit nachdenken muss, hat man doch länger etwas davon.
Glaubt nicht, dass es eine Geschichte der Art „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist, denn das ist sie definitiv nicht.

Das Buch bekommt verdiente 5 Sterne von mir.

⭐⭐⭐⭐⭐

Titel: Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
Autor: Nicola Yoon
Verlag: Dressler
Erscheinungsdatum: 24. April 2017
Seiten: 344
ISBN: 978-3791500621
Preis: 16,99

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Laura

Freitag, 6. Oktober 2017

"Schneezauber" - Hannah Siebern

Schneezauber

Wie im Märchen...

...so ergeht es Katie King. Die 26-jährige schafft es nur mit Mühe und dank ihres anstrengenden Jobs bei Mr. Frost als Sekretärin und Mädchen für Alles sich, ihre Mutter und ihre kleine Tochter Phoebe über Wasser zu halten. Täglich macht sie Überstunden und wenn ihr Chef außerhalb der Arbeitszeiten ihre Hilfe benötigt, muss sie ebenfalls zur Stelle sein. Denn Mr. Frost droht ständig mit der Kündigung und kann sich für kleine Kinder wenig begeistern. Doch woher kommt das kalte Gemüt von Leonard, der intelligent und gutaussehend ist, dem es jedoch nur an Liebe zu fehlen scheint?! Als er eines Tages plötzlich zum Schneemann wird, kann nur noch Katie ihn retten...

Katie ist eine sympathische junge Frau. Ihre kleine Tochter hat ihren Vater nie kennen gelernt. Zusammen sind sie und Katie aber ein super Team. Wenn Katie nur mehr Zeit für Phoebe hätte. Aber ihre Stelle bei Leonard Frost lässt ihr nur wenig Freizeit. Phoebe kommt oft zu kurz. Das ändert sich, als Mr. Frost zum Schneemann wird und auf die Hilfe der beiden angewiesen ist. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn im Frühling scheint die Sonne und der Schnee schmilzt... doch wie kann man das Herz eines Menschen zum Schmelzen bringen?

Die Charaktere im Buch sind alle rundum gut gelungen und authentisch. Man kann sich leicht in die Personen hineinversetzen. Obwohl sie zunächst klischeehaft erscheinen, sind sie letztendlich weit davon entfernt. Das Geheimnis von Leonard macht ihn ebenfalls zu einem sehr sympathischen Mann. Ich kann es gut nachvollziehen, dass er so ist wie er ist.
Die Story an sich erinnert mich stark an "Die Schöne und das Biest", obwohl Leonard und Katie sich selbst im Buch mehr mit den Figuren im "Froschkönig" vergleichen.
Das Cover von "Schneezauber" gefällt mir ausgeprochen gut. Man erkennt natürlich sofort, dass es sich um einen Winterroman handelt, was auch unschwer am Titel zu erkennen ist. Das Cover ziert eine Schneekugel. Ich fände es noch passender, wenn dort die im Roman erwähnte Schneekugel von Phoebe abgebildet wäre.
Was mir besonders gut an diesem Roman gefällt, ist, dass es hier nicht wie immer um die klassische Liebesgeschichte zwischen Mann und Frau geht, sondern auch um die Liebe zwischen Eltern und Kind. Außerdem ist dieses Buch eine Liebeserklärung an den Winter :-)

Ich habe mich sehr gefreut, den Roman von Hannah Siebern Probe lesen zu dürfen und kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der an einem gemütlichen Winterabend eine kurzweilige herzerwärmende Geschichte sucht.
Das Buch erhält von mir 4 von 5 Sternen.
Viel Spaß beim Lesen!
Schneezauber erscheint am 23.Oktober 2017. 



⭐⭐⭐⭐

Titel: Schneezauber
Autor: Hannah Siebern
Verlag: Selfpublisher
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2017
Seiten: 182
Preis: Taschenbuch: 9,99€  Ebook: 2,99€
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Anna

Donnerstag, 5. Oktober 2017

"Stolz und Vorurteil" - Jane Austen

Wer hat es nicht schon gelesen?!

Zum Inhalt von „Stolz und Vorurteil“ braucht man bestimmt nicht mehr viel sagen. Die Liebesgeschichte schlechthin, mit dicken Stolpersteinen auf dem Weg zu ihrer Vollendung.

Damit hat man eigentlich schon alles gesagt und viel mehr möchte ich auch gar nicht erzählen, denn der Geschichte würde man nicht gerecht werden und spoilern möchte ich natürlich auch nicht.
Auf den ersten paar Seiten hatte ich das Gefühl ich würde mit der Geschwindigkeit einer Schnecke lesen, doch sobald man sich an den Schreibstil und die Sprache von damals gewöhnt hat durchfliegt man dieses Buch. Gerade, weil das förmliche Reden und die Themen aus der Zeit mich einfach faszinierten, wollte ich ständig weiterlesen. Oft gibt es viel Gerede um nichts und eine so falsche Höflichkeit, dass ich oft das Gefühl hatte, ich müsse für die liebgewonnenen Charaktere im Buch die verhassten Charaktere anschreien, weil sie es selber nicht taten.
Es gibt viele Gedankengänge, die einen verfolgen lassen, was Elisabeth wirklich denkt und dann ist man oft fasziniert wie sie handelt. Der Schreibstil ist stellenweise trocken, abgehackt und schnell, nach dem Motto: was in der Zeit passiert ist irrelevant für die Lovestory. Im nächsten Moment wird dann gewechselt zu einem liebevollen, viel beschreibenden Schreibstil, der einem alles erklärt und die Geschichte lebendig wirken lässt.
Oft habe ich mich dabei erwischt, dass ich auf ein Kapitel gehofft habe, in dem Elisabeth und Mr. Darcy wieder aufeinandertreffen. Überrascht war ich dann von der krassen Wendung und einigen Höhepunkten in diesem Buch.
Die Charaktere waren so gut durchdacht und ausgearbeitet, dass jeder seine eigenen Charakterzüge, eigene Sprache und eine meist absehbare Handlung (was nicht negativ gemeint ist) mit sich brachte. Gerade Elisabeth ist besonders, da sie mutig und direkt ist und sich von anderen nicht verbiegen lässt. Sie gesteht sich Fehler ein, ist ehrlich und entwickelt sich im Laufe des Buches weiter. Schön finde ich die Stellen, an denen sie kein Blatt vor den Mund nimmt und im Gegensatz zu den anderen unverblümt sagt, was sie denkt.

Das Buch würde von mir 4,5 Sterne bekommen, da dies jedoch nicht möglich ist runde ich auf 5 Sterne auf. Ich kann dieses Buch wirklich für die Menschen empfehlen, die eine gute Liebesgeschichte lesen möchten oder für die, die die Zeiten, in der es vor allem um Geld, Stand und Familie geht, sehr spannend finden.

⭐⭐⭐⭐


Titel: Stolz und Vorurteil
Autor: Jane Austen
Verlag: Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 09. Mai 2017
Seiten: 640
ISBN: 978-3328101666
Preis: 10,00€
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Laura

Sonntag, 1. Oktober 2017

"Märchen gegen das Vergessen" - Marianne Vier & Lothar Schröer

Schatztruhe für alle Märchenliebhaber und Vorleser

Märchen als solche sind ein wunderbares Genre, weil wir in jedem Märchen einen Teil des menschlichen Wesens wiederfinden. Seien es gute Charakterzüge wie Mitleid, Fleiß und Nächstenliebe oder die weniger schönen Seiten wie Neid, Boshaftigkeit und Gier. Auch menschliche Ängste wie Minderwertigkeitsgefühle oder Existenzängste werden im Märchen in bildhafter Sprache behandelt. Diese Gefühle kannte man zur Zeit als die Märchen entstanden sind, genau wie heute in unserer globalisierten und digitalisierten Welt. Aber dieses Buch bietet noch viel mehr als die 40 liebevoll ausgewählten Märchen. Die beiden Autoren Marianne Vier und Lothar Schröer, beide ausgebildete Märchenerzähler, bieten hier einen durchdachten Leitfaden zum Vorlesen für Menschen mit Demenz. Jedes Märchen wird eingeführt mit einer Zusammenfassung und mit einer Angabe der Vorlesezeit. Dazu gibt es Anregungen zur Erzählweise. Besonders gefällt mir, dass verschiedene Personen im Märchen in verschiedenen Farben gekennzeichnet sind, damit man die Stimme beim Vorlesen entsprechend verändern kann. Nach dem Märchen schließen sich noch weiterführende Fragen an, die zum Gespräch mit dem Demenzkranken anregen. So zum Beispiel beim Märchen über das Schlaraffenland Fragen zum Lieblingsessen oder zu alten Kochgewohnheiten. Im Vorwort erklären die Autoren die besondere Bedeutung von Märchen und geben Tipps wie man Märchen erzählen sollte. Besonders wichtig erscheint mir hier der Hinweis darauf, dass man beim Vorlesen eine gemütliche Atmosphäre schaffen sollte, damit beide Seiten, Erzähler und Zuhörer, die Zeit genießen können. Das Buch eignet sich sicher gut für Leute, die zum Beispiel in der Tagespflege mit Demenzkranken arbeiten. Aber auch für pflegende Angehörige kann das Buch eine Bereicherung sein. Warum soll der Jugendliche seiner Oma nicht mal etwas vorlesen und dabei vielleicht Erinnerungen wecken, die längst verloren geglaubt waren.


⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️



Titel: Märchen gegen das Vergessen
Autor: Marianne Vier & Lothar Schröer
Verlag: Kösel
Erscheinungsdatum: 25. April 2016
Seiten: 272
ISBN: 978-3466346233
Preis: 22,99
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Anna

Dienstag, 26. September 2017

"Linus und sein mutiger Drache" - Patricia Schröder

Erst ich ein Stück, dann du

Linus lernt auf komische Art und Weise den Drachen Fumo kennen. Linus wird in seinem Dorf nicht gut von den anderen Kindern behandelt und immer ausgeschlossen. Fumo hat es in seinem Drachendorf nicht besser getroffen. Er ist anders als die anderen Drachenkinder, kann kein feuerspucken und auch nicht fliegen, weshalb er bei dem alljährlichen Gipfelabschmelzen ausgelacht wird. Wenn er versucht Feuer zu spucken, kommt rote Soße aus seinen Nüstern. Diese 
wird aber noch sehr nützlich sein, wenn er sich mit dem Menschenkind Linus befreundet. Zusammen sind die beiden beste Freunde und durchstehen auch mal einen Streit. Sie entdecken, dass Fumo doch mehr kann als er denkt und finden weitere Freunde.


Das Thema „Anderssein“ und „Freundschaft“ wird in diesen beiden Geschichten sehr vertieft. Die beiden Charaktere sind sehr gefühlvoll und können dies auf eine Art vermitteln, dass auch Kinder verstehen wie man sich in bestimmten Situationen fühlt. Gut finde ich die einzelnen Ideen, die passend in einander übergehen.
Das Buch ist witzig geschrieben, sodass man beim Vorlesen oft schmunzeln muss. So wird zum Beispiel aus „Haaren“ für die Drachen „Menschengras“.
Ein bisschen ekelig fand ich am Anfang den Gedanken, dass die rote Soße aus den Nüstern des Drachen kommt und plötzlich alle anfangen diese Soße zu essen, doch man gewöhnt sich im Laufe der Geschichte daran.
Die Illustrationen in dem Buch sind immer treffend und gut zur Unterstützung.
Das Beste ist jedoch die Schreibweise für Erstleser und für Fortgeschrittene. Das abwechselnde Lesen ist perfekt zum Lernen und zum gemeinsamen Vorlesen. Ich finde, dass es dadurch sogar noch mehr Spaß macht und die Kinder so gut motiviert werden.
Sehr gut finde ich auch, dass dieses Buch gleich zwei Geschichten enthält. Auf diese Weise kann man direkt, wenn man die beiden Freunde kennengelernt hat, mit dem nächsten Abenteuer beginnen.


⭐️⭐️⭐️⭐️⭐


Titel: Linus und sein mutiger Drache
Autor: Patricia Schröder
Verlag: cbj
Seiten: 152 
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
ISBN: 978-3570174883
Preis: 10,00€
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Laura

"Der kleine Drache Kokosnuss bei den wilden Tieren" - Ingo Siegner

Botzi botzi Butterbrot

Matilda nimmt bei einem Schüleraustausch teil und reist nach Afrika. Für sie kommt der Affe Jojo auf die Dracheninsel und ist ganz interessiert etwas über die Drachen zu erfahren.
Als ein Brief von Matilda Zuhause ankommt und sie davon berichtet, wie sie wilde Tiere für ihren Bericht interviewt, werden
Kokosnuss und Oskar nervös und sorgen sich um ihre Freundin. Kurzentschlossen fliegen sie mit einem Flugdrachen nach Afrika und beginnen sie zu suchen.
Gut, dass sie die Entscheidung getroffen haben, denn fast wäre es zu spät gewesen.

Dieses Abenteuer mit Kokosnuss und seinen Freunden ist wieder mal richtig spannend und gut durchdacht. Die Spannung baut sich durch den Besuch der einzelnen Tiere auf, bis die Geschichte zu ihrem Höhepunkt beim schwarzen Panther kommt.
Bei den einzelnen Tieren können die Kinder etwas lernen, zum Beispiel, dass die Löwinnen in einem Rudel jagen, aber der Löwe als erster fressen darf.
Die Illustrationen sind passend zu der Geschichte, mal über eine Seite oder eine Doppelseite und dann wieder nur einzelne kleine Bilder. Außerdem sind sie wie immer detailliert und es macht Spaß sie mit den Kindern zu besprechen.
Auch die Charaktere sind in dieser Geschichte gut beschrieben und ausgereift genug, um sie lebendig wirken zu lassen. Sie haben alle eigene Charakterzüge, Eigenschaften und sind einzigartig.
Das Buch bekommt von mir fünf Sterne, weil es das Niveau der bisherigen von mir gelesenen und/oder gehörten Teile halten kann.


 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐


Titel: Der kleine Drache Kokosnuss bei den wilden Tieren
Autor: Ingo Siegner
Verlag: cbj
Seiten: 80
Erscheinungsdatum: 24. Juli 2017
ISBN: 978-3570174227
Preis: 8,99€

Laura

Samstag, 16. September 2017

Interview mit Manuel Timm

Hier kommt noch ein kleines Interview mit Manuel Timm.
Liest du selber gerne?
Ja, ich lese sehr gerne. Allerdings komme ich kaum noch dazu, seitdem ich selbst schreibe, was ich sehr schade finde. Meistens bleibt zum Lesen dann nur der Urlaub.

Wenn ja, was liest du gerne und was ist dein Lieblingsbuch/ gibt es überhaupt eines? Hast du einen Lieblingsautor?
Ich bevorzuge Fantasy-Romane. Aber auch Krimis, Thriller, Science-Fiction und Gruselromane schon gelesen. Mein
Lieblingsroman ist "Der Herr der Ringe" von Tolkien, aber auch "Sakrileg" und "Illuminati" von Dan Brown fand ich sehr gut und auch die Reihe um den Nachtelfen von R.A.Salvatore. Einen bestimmten Lieblingsautor habe ich aber nicht.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Das ist schon sehr lange her. Ich glaube, ich war gerade Mal 10 Jahre alt. Ich habe das, was ich mit meinen Freunden gespielt habe, auf der alten Schreibmaschine meines Vaters auf kleinen Papierseiten niedergeschrieben. Das natürlich noch ausgeschmückt, dazu ein passendes Titelbild gemalt und mit Heftklammern vollendet. Einige davon habe ich sogar noch :-) Später (ich war wohl so um die 20) gab es den Aufruf "Leser schreiben für Leser" für die 2. Auflage der John Sinclair Heftromanreihe, die ich damals gerne las. 4 Seiten waren dafür in der Heftmitte vorgesehen. 2 meiner Kurzgeschichten wurden dort veröffentlicht - und der Stein begann schließlich zu Rollen ;-)

Hast du deinen Kindern viel vorgelesen oder dir vielleicht selber Geschichten ausgedacht und sie ihnen erzählt?
Ja, als sie noch sehr jung waren, habe ich ihnen ab und an aus Märchenbüchern vorgelesen und mir auch manchmal Geschichten für sie ausgedacht - meistens lustige. Mittlerweile lesen sie aber viel lieber selbst und sind grad bei Harry Potter zu Gast. 

Hast du unfertige Bücher? Hast du Bücher, die du beendet aber nicht veröffentlicht hast?
Unfertige Bücher habe ich in der Tat. Eines, "Der Fluch des Einhorns", ist zum Teil vor Jahren mal kurzfristig erschienen - wurde bis heute von mir auch nicht beendet. "Lillelund", hingegen ist im Grunde fertig und gab es auch schonmal. Ich überarbeite es grad - also manchmal - ach, ich bin so langsam ;-)

Hast du schon eine Idee für ein neues Buch bzw. würdest du gerne noch eines schreiben? Unabhängig von den Federn des Windes?!
Oh, ich habe viele Ideen. Viel mehr, als ich wahrscheinlich jemals schreiben werde. Darunter sind allerdings nicht nur Fantasy-Geschichten, sondern auch Krimis im Agatha Christie-Stil, Thriller und Gruselgeschichten.

Was hältst du von e-book-Readern?
Ich sehe durchaus den praktischen Nutzen dieser Reader, aber besitze selbst keinen. Ich bin da ziemlich altmodisch. Ich mag es die Seiten zwischen den Fingern zu spüren und die Bücher aus dem Regal zu holen, um sie mir einfach nochmal anzusehen. 

      Hast du einen Ort an dem du immer/ am liebsten schreibst?

Am liebsten mag ich den Platz hinter dem Haus mit Blick auf den Fluss - wenn das Wetter mitspielt. Ansonsten suche ich mir einen ruhigen Platz am Fenster.

      Hand auf's Herz, bist du Frozen-Fan oder wie bist du auf die Namen "Anna" und "Ellie"       gekommen? Wie gehst du generell bei der Namensauswahl vor?

😳Heißen die wirklich so? 😱 Nee, die eine heißt doch Elsa, oder nicht? Also ich habe Frozen zwar einmal gesehen, aber die Namen hatte ich nicht wirklich parat. Möglicherweise im Unterbewusstsein?! Namen fallen mir spontan ein. Ich überlege kurz, was für ein Name zu einem bestimmten Charakter passt. Dann grübel ich ein wenig und schließlich ist er da.



Wenn ihr noch mehr über Manuel und seine Welt der Bücher wissen möchtet, dann schaut mal bei der lieben Emily von emilybookworm.blogspot.de vorbei. Sie hat "Die Federn des Windes" ebenfalls rezensiert und Manuel interviewt.

Wir bedanken uns bei Manuel Timm, dass er uns die Bücher zur Verfügung gestellt hat (was unsere Bewertung nicht beeinflusst hat) und dass wir ihn mit so vielen Fragen löchern durften.